Ev.-luth. Kirchengemeinde
St. Paulus Sarstedt - Giebelstieg
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Die Historie der Pastoren in St. Paulus


Ingwald Jüngling   [1957-1960]

ist der eigentliche Gründungshirte der Gemeinde. 1957 stieg er von St. Nicolai aus, in die ersten Planungen für eine neue Kirchengemeinde im wachsenden Stadtteil Giebelstieg mit geplanten ca. 4000 Einwohnern, ein. Links der Voss-Straße (aus Richtung Stadt gesehen), sollte das bereits damals schon geplante Gemeindezentrum entstehen, mitten im neuen Siedlungsgebiet.
Da seinerzeit noch keine Kanalisierung seitens der Stadt vorgesehen war, projektierte das Kirchenbauamt eine eigene Kleinkläranlage im Bereich der heutigen Rasenfläche hinter dem Kindergarten. Doch zur Grundsteinlegung am 3. Oktober 1959 war bereits die Trasse der jetzigen Matthias-Claudius-Straße abgesteckt. Auch stand dort bereits das erste Reihenhaus der Kreissiedlungsgesellschaft. Alle Planungen der Ver- und Entsorgungsleitungen mussten umgearbeitet werden, was allerdings nicht sehr sorgfältig erfolgte. Dieses zeigte sich 2003, als Abwasserleitungen gesucht wurden.
Da die Baustellenzufahrt eigentlich nur eine festgefahrene Lehmpiste war, konnte die Bevölkerung insbesondere bei Regenwetter oftmals einen untypisch mit richtig dreckigen Gummistiefeln versehenen "schwarzen Mann" auf der Baustelle "herumstiefeln" sehen.
Doch bereits vor Fertigstellung des Gemeindehauses, war auch die Matthias-Claudius-Straße und die Querverbindung zur Triftstraße, die Verlängerung der Auf der Kassebeerenworth fertig. Dort entstand zeitgleich das Pastoren- und Küsterhaus.
Mit der Fertigstellung von Gemeinde- und Pastorenwohnhaus endete die Aufbauarbeit Jünglings, dem Pastor, der sich so richtig in den Dreck hinein kniete, manchmal sich auch gesetzt haben soll.
Am 1. April 1960 erfolgte die offizielle Bildung der Kirchengemeinde mit Namen: Evang.-luth. St Paulusgemeinde Sarstedt-Giebelstieg. Am 1. Juli 1960 weihte Superintendent Dr. Johannes Juhnke das Gemeindezentrum ein. Zeitgleich zog Schwester Minna Pieper als Gemeindeschwester ein und der Kindergarten wurde eröffnet. Am 30. September 1960 endete die Dienstzeit Pastor Jünglings in Sankt Paulus.


Christoph Brandt [1960-1968]

ist bis heute das Synonym für den Aufbau der Stankt Paulus-Kirchengemeinde in Giebelstieg. Am 1. Oktober 1960 übernahm er die Pfarrstelle. Am 16. Oktober 1960 erfolgte die Einführung als erster Pastor der St. Paulusgemeinde durch Superintendent Dr. Juhnke. Die Festpredigt hielt der Vater des neuen Pastors, Landessuperintendent i.R. Brandt aus Osnabrück im heutigen Gemeindesaal. Am 1. Adventssonntag feierte die Gemeinde den ersten Gottesdienst, der mit der Kirchweih durch Landessuperintendent Detering aus Hildesheim.
Neben dem Aufbau des Gemeindelebens begann die Planung für den Kirchenneubau. Bei strömendem Regen fand am 18. Juni 1963 die Grundsteinlegung statt. Der Sarstedter Bürgermeister Heinz Meckeler, ein Giebelstieger, wünschte der Gemeinde und sich, dass das Läuten "des Armesünderglöckchens" bald von kräftigem Geläut abgelöst wird. Am 3. Juni 1965 trafen die vier Glocken in Sarstedt ein.
Am 11. Oktober 1963 fand das Richtfest statt und am 15. August 1965 wurde das Kirchengebäude festlich eingeweiht. Nun hatte die Sankt Paulusgemeinde ein richtiges Zuhause. Lediglich die alte kleine Orgel, die bislang im Gemeindesaal ihren Dienst tat, war mit der neuen großen Herberge überfordert.
Die Pastorenfamilie Brandt war schnell in ganz Sarstedt bekannt. Den höchsten Bekanntheitsgrad erreichte jedoch Schwester Minna: Der radelnde schwarze Engel erfreute sich größter Beliebtheit und genoss auch auf der Straße den großen Respekt der einheimischen Verkehrsteilnehmer. Ob auf dem rechten oder linken Fahrradweg unterwegs, Autofahrer hielten stets Abstand und einen Fuß auf der Bremse, denn Schwester Minna pflegte Richtungswechsel immer mit Schwung, aber ohne Handzeichen durchzuführen.
Die Dienstzeit von Christoph Brandt endete am 30. April 1968, der danach an die Lamberti-Kirche nach Hildesheim wechselte.


Eckehard Rosenkranz [1968]

wurde am 1. Mai 1968 in das Amt eingeführt. Am 30. September 1968 erfolgte seine Versetzung nach Otterndorf/Elbe.

Die Vakanzvertretung übernahm bis zum 14. Februar 1969 Pastor Mietz aus Ahrbergen.


Christoph Dreyer [1969-1978]

kam aus Gronau/L. nach Giebelstieg. Am 15. Februar 1969 übernahm er die verunsicherte Gemeinde, Superintendent Hundertmark führte ihn am 9. März 1969 in das Amt ein. Mit ihm wurde die Konfirmandenschulung moderner.
Konfirmandenfreizeiten waren ein völlig neues Mittel, das Interesse der Jugendlichen an der "Konfer" zu intensivieren. Im Herbst 1969 fand in der Sankt Paulus-Kirche der erste Beat-Gottesdienst des CVJM Sarstedt in Sarstedt statt (im Herbst 1970 der zweite in der Hl. Geist-Kirche Sarstedt). Mitte 1970 wurde die kleine Orgel aus der Gemeinde entlassen. Der erste Bauteil der neuen Großorgel nahm seinen musikalischen Betrieb auf. Organist war Herr Karl-Heinz Darvin. Die Orgel konnte im Jahr 1975 vollendet werden.
Pastor Dreyer war auch der Mann des Ausgleichs. Mit seiner ruhigen aber sehr bestimmten Art, "konsolidierte" er die Gemeinde.
In dieser Zeit ging auch das Küsterehepaar Renz in den Ruhestand. Frau Heilmann trat ihre Amtszeit an.
Am 31. August 1978 verließ Christoph Dreyer die Gemeinde in Richtung Rinteln.


Hermann Bergengruen [1979-1982]

wurde am 1. Januar 1979 durch Superintendent Hundertmark in sein Amt eingeführt. Sechs bewegende Jahre standen der Sankt Paulusgemeinde bevor. Mit elf Jahren Verzögerung waren die "68er" in Giebelstieg angekommen. Nato-Doppelbeschluss und Friedensbewegung waren plötzlich Thema in der eigentlich eher betulichen Kirchengemeinde. Panzerbesetzung und Aufruf zur Teilnahme an der Friedensdemo im Bonner Hofgarten, zerrütteten das ohnehin sehr strapazierte Verhältnis zwischen großen Teilen der Gemeinde, dem Kirchenvorstand und Bergengrün.
Schließlich gab Hermann Bergengrün 1985 die Pfarrstelle auf und ging als Pastor nach Hannover-Ahlem.


>> In der Zeit von Februar 1982 bis August 1985 war die Stelle vakant. <<


Johann-Gottlieb Visbeck [1985-2003]

wird als der Pastor der Brüderlichkeit und Versöhnung, gekennzeichnet von großem caritativen Engagement, aber auch als der Bewahrer und Modernisierer, in die Analen der Sankt Paulus-Kirchengemeinde eingehen. Am 1. September 1985 trat er sein Amt an.
Am augenfälligsten war sicherlich die Aktion Tschernobyl: Von 1992 an, organisiert Pastor Visbeck die Ferienmaßnahme für den Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt. Weit über 1000 Kinder aus der Region Gomel in Weißrussland wurden von ihm bisher hier begrüßt und wieder verabschiedet. Und es sollen noch einige Jahre mehr werden. Sankt Paulus wird Hans Visbeck dabei unterstützen.
Mehr im Verborgenen blühte die Ökumene. Gemeinsam mit den evangelischen Amtsbrüdern Sarstedts gelang es, ein christliches Miteinander der Sarstedter Kirchengemeinden zu gestalten. Die Zusammenarbeit mit dem katholischen Kollegen Hans-Günther Sorge, der eine Anregung seines Amtsvorvorgängers Dr. Engelhardt aufnahm, fand zu einem gedeihlichen Miteinander, statt Nebeneiander. Die erste gemeinsame Sternsingeraktion fand "probehalber" 2002/2003 statt. Im Jahr 2003/2004 waren alle Sarstedter christlichen Kirchen beteiligt. Die Pastoren inspirierten sich gegenseitig.
Ob Freundeskreis Asyl, christlicher Hospizdienst oder der Arbeitskreis für Behinderte, Johann-Gottlieb Visbeck und Gattin Sigrun Visbeck-Rompel waren stets maßgeblich beteiligt. Kinderbibelwochen, Kuschelecke im Kirchenschiff, farbige Wandbehänge, neue Formen des Abendmahls...
Und dann war da noch ein Kirchturm, der langsam vor sich hin bröselte. Die Sanierung war nach Außen hin der dickste Modernisierungsbrocken, dabei wurde der Gemeindesaal und der Konfirmandenraum doch auch noch in Schuss gebracht.
Als Kürleistung bleibt die Zusammenführung der Kapellengemeinde Giften, heute Martin Luther-Kapellengemeinde, die lange Zeit von Barnten aus betreut wurde, mit der Kirchengemeinde Sankt Paulus zu erwähnen. Es sind dicke Pflöcke, die während der Aera Visbeck eingeschlagen wurden.


Hans-Peter Borcholt [2004-heute]

ist seit März 2004 der aktuelle Pastor der St. Paulus Kirchengemeinde.
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